Karibische Inseln

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Dominica

Dominica

Dominica ist eine Insel der Kleinen Antillen in der östlichen Karibik und liegt zwischen den französischen Karibikinseln der Überseedépartements Guadeloupe im Norden und Martinique im Süden. Die Insel ist 46,4 km lang und 25,6 km breit. Die Inselrepublik bildet einen eigenständigen Mitgliedstaat des Commonwealth of Nations. Dominica ist nicht zu verwechseln mit der Dominikanischen Republik.

Dominica gehört nach britischem Sprachgebrauch zu den „Leeward Islands“, welches der nördliche Teil der Inselgruppe ist, die im Deutschen und anderen Sprachen als Inseln über dem Winde bezeichnet wird. Da das westindische Englisch teilweise dem internationalen Sprachgebrauch folgt und zudem in etlichen Sprachräumen die Grenze zwischen dem nördlichen (engl. Leeward Islands) und südlichen (engl. Windward Islands) Teil der Inseln über dem Winde unterschiedlich gezogen wird, sorgt die genaue Zuordnung Dominicas zu einer der beiden Inselgruppen für Schwierigkeiten.

Dominica trägt den inoffiziellen Beinamen „the nature island“ (die Naturinsel) wegen ihrer üppigen und verschiedenartigen Tier- und Pflanzenwelt. Einige der höchsten Berge der Kleinen Antillen, über 300 Flüsse und Bäche sowie etliche Seen (z. B. der Boeri Lake) befinden sich auf der Insel. Die Berge sind vulkanischen Ursprungs, der Morne Diablotins ist mit 1.447 m die höchste Erhebung Dominicas und der zweithöchste Berg der Kleinen Antillen, überragt nur noch vom aktiven Vulkan Soufrière auf der Insel Basse-Terre des französischen Überseedépartements Guadeloupe. Der Nationalpark Morne Trois Pitons, in welchem viele der Sehenswürdigkeiten Dominicas liegen, wurde 1997 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt.

Das Klima ist tropisch, gemäßigt durch nordöstliche Winde, mit schweren Regenfällen, die besonders in der Hurrikan-Saison zwischen Mai und November zu Überschwemmungen und Erdrutschen führen können. Im November 1999 hinterließ der Hurrikan Lenny eine Spur der Verwüstung an der Westküste, im August 2007 wütete der Hurrikan Dean auf der Insel und forderte mindestens zwei Todesopfer.

Zwischen 5000 und 3100 v. Chr. lassen sich die ersten menschlichen Spuren nachweisen. Lange dominierte die Annahme, dass zuerst die Ciboney oder Steinleute auf der Insel gelebt hätten, dann seien die friedlichen Arawak erschienen, die von den kriegerischen Kariben ausgerottet worden seien.

Dominica wurde am 3. November 1493 von Kolumbus auf seiner zweiten Reise entdeckt, er ging jedoch nicht an Land. Kolumbus benannte die Insel nach dem Wochentag ihrer Entdeckung, einem Sonntag (spanisch Domingo). Die Bewohner fürchteten sich offenbar vor Leuten, die aus Carib oder Canib kamen, wodurch das Wort Caniba, Kannibalen, ins Spanische und von dort in viele Sprachen vordrang. Die auf dem Festland lebenden Kariben wurden von Ethnologen weiterhin so bezeichnet, die übrigen Gruppen erhielten den Namen Insel-Kariben. Diese nennen sich Kalinago und sie kontrollierten die Inseln zwischen etwa 1400 und 1700. Ihre berüchtigten Raubfahrten sind wohl eher als Frauenraub anzusprechen, denn als Kannibalenfahrten. Ihr letztes Rückzugsgebiet war Dominica, nachdem St. Vincent 1796 britisch geworden war, und mehrere tausend von ihnen deportiert worden waren.

1627 kam Dominica an den Earl of Carlisle, und England beanspruchte die Insel bis 1748, als es Dominica an Frankreich abtrat. Doch schon 1635 einigte man sich mit Frankreich, das versucht hatte, die Indianer zu missionieren, darauf, die Insel den Bewohnern zu überlassen.

Dominica war wegen des besonders starken Widerstands der Ureinwohner die letzte von Europäern kolonialisierte karibische Insel. Im Jahr 1763 übergaben die Franzosen die Insel an Großbritannien, das sie 1805 zur Kolonie erklärte. Die Verwaltung erfolgte durch das Government of Grenada, doch erhielt Dominica 1768 eine eigene Gesetzgebende Versammlung. Nach einem fünfjährigen französischen Intermezzo (1783–88) kam die Insel wieder an Großbritannien. 1784 kam es zur Maroon-Revolte, 1831 erhielten alle Nicht-Weißen volle Bürgerrechte, 1834 wurde die Sklaverei abgeschafft. Hauptexportprodukt war zu dieser Zeit Kaffee, der rund ein Drittel des Ausfuhrwertes ausmachte. 1838 erreichten die Mulatten erstmals eine Mehrheit unter Führung des Zeitungsverlegers George Charles Falconer.

1865 wurde die Insel zur Kronkolonie erhoben, doch erst 1898 wurde dies durch Entsendung des Verwalters Sir Hesketh Bell praktisch umgesetzt. Erst 1938 gab man dem politischen Druck nach, und die Moyne-Kommission hielt Parteiengründungen für angebracht. 1951 schaffte man das Wahlrecht ab, das sich am Vermögen orientierte, und ersetzte es durch ein gleiches Wahlrecht. Es entstanden Parteien und 1957 erhielt die Insel ihren ersten Chief Minister. 1957/58 entstand die Westindische Föderation, die jedoch 1962 aufgelöst wurde. 1967 erhielt die Insel eine begrenzte Selbständigkeit, denn die Verteidigungs- und Außenpolitik blieb bei Großbritannien. Am 3. November 1978 wurde schließlich die Unabhängigkeit von Großbritannien proklamiert, seit dem 8. Dezember 1978 ist Dominica Mitglied der Vereinten Nationen.

Erster Premierminister wurde Patrick John von der Sozialdemokratischen DLP. Seine Regierungszeit war geprägt von persönlicher Vorteilsnahme und Korruption, was unter anderem zu blutigen Demonstrationen führte. Ein nationales Komitee (CNS) wählte am 25. Juni 1979 den Wirtschaftsminister Oliver J. Seraphin zum Premier. Im Juni 1980 wurde Mary Eugenia Charles von der Partei DFP zur Nachfolgerin gewählt und blieb als erste Staatschefin in der Karibikregion 15 Jahre im Amt.

1997 wurde der 1975 eingerichtete Nationalpark Morne Trois Pitons, benannt nach dem gleichnamigen Berg, zum Weltnaturerbe der UNESCO ernannt. Einen weiteren Beitrag zum Aufschwung des Tourismus leisten ab 2003 Piratenfilme, wie Fluch der Karibik.

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